21.06.2014

Ein großes Werk ist vollbracht!


Seit 1911 bis etwa 1969 wurde Burg Grünsberg über eine Widderanlage mit Wasser versorgt. Dann wurde die Burg an die öffentliche Wasserversorgung von Altdorf angeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt liefen zum großen Bedauern aller die Brunnen in Grünsberg nicht mehr, die als "Überlaufbrunnen" konstruiert waren. Das heißt, der Widder läuft immer und immer dann, wenn das Reservoir voll war, liefen die Brunnen, untereinander in einem ausgeklügelten System verbunden. Die beiden Widder blieben nach der Umstellung der Trinkwasserversorgung ungestört im Widderhäuschen stehen, bis nach dem Tode des Prof. Dr. Wolfgang von Stromers im September 1999 jemand den neueren der beiden stahl. Den älteren Widder, Baujahr 1910, der im Windkessel einen Sprung hatte, ließ er stehen.
Das unrenovierte Widderhaus Irgendwann fing die Administratorin an zu träumen, ob man nicht irgendwie die alte Wasserversorgung wieder in Betrieb nehmen könne. Mithilfe ihres Mannes und der Ehrenamtlichen des Fördervereins Burg Grünsberg e.V. trat dieser Traum ins Leben: in einer irrsinnigen Gewaltaktion wurden viele Meter Leitungen unter schwersten Arbeitsbedingungen (Steilhang, tiefer Lehm usw), verlegt, bis letztlich im Mai 2014 alle Leitungen fertig waren und nur noch auf die Inbetriebnahme warteten.
Der alte WaMa-Widder

In der Zwischenzeit war der alte Widder ausgebaut und nach Hersbruck zur Firma Weinmann geschafft worden, wo die brauchbaren Teile repariert und ein neuer Windkessel hergestellt wurde. Das alte Unterteil mit seinen ganzen Ventilführungen konnte weiterverwendet werden, es wurde in Burgthann sandgestrahlt und pulverbeschichtet. Im Juni 2014 war es dann soweit. Der Widder kam zurück und wurde in der Grünsberger Burgwerkstatt zusammengesetzt, um dann im restaurierten Widderhäuschen aufgebaut und wiederangeschlossen zu werden. Und, oh Wunder, es funktionierte gleich beim 1. Mal, das Wasser kam oben im Burghof an, vom Gegenhang über eine Gesamthöhe von fast 25m "hochgeprügelt", angetrieben rein durch das Gefälle auf der anderen Seite in Höhe von knapp 5m. Das braucht keinen Strom, das Wasser wird ausschließlich durch die Kraft des Wassers gehoben!!! Das Widderhaus hat ein festes Gitter bekommen mit einem durchgehenden Riegel, damit sich nicht noch einmal jemand an der Anlage vergreifen kann. Wenn der Widder "an" ist, hört man in dessen Nähe ein kräftiges Bummbumm (ads wechselweise Öffnen und Schließen der Ventile). Zum Glück ist das Häuschen von jeglicher menschlicher Behausung so weit entfernt, dass niemand davon gestört wird. Rhythmisch spritzt das nicht hochgepumpte Wasser durch das Gitter. Wasser am Widderhaus Es handelt sich um reinstes Quellwasser, mit dem auch zwei Teiche mit Bachforellen gespeist werden.


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