07.06.2015

Die Wiedergeburt des Herkules


Im gotischen "Stromerhaus" in der Tetzelgasse 37 in Nürnberg stand bis 1911 eine Renaissance-Brunnenfigur in einer Nische, Herkules und Antäus. Als der Großvater der Administratorin und sein Bruder das Haus 1911 an die Stadt Nünberg verkauften, erwarb der Großvater den "Herkules", um ihn in Grünsberg in einer neu geschaffenen Brunnennische über einem Sandsteinbrunnen wieder zu seiner Bestimmung, nämlich Wasserspeien, zu installieren. Das funktionierte nur, da von da an die Brunnen und Wasserleitungen der Burg von der neu errichteten Widderanlage stetig mit Wasser versorgt wurden. Ernst von Stromer am Brunnen Da stand er nun und erfreute Groß und Klein mit seinem Geplätscher inmitten von Rosenduft. Viele Sommernächte.verbrachte die Administratorin in ihrem Jungmädchenzimmer direkt daneben, träumend, lauschend und in Wohlgerüchen schwelgend. Doch Anfang der 1970er Jahre war es vorbei mit der Herrlichkeit, die Wasserversorgung über die Widderanlage wurde eingestellt und die Burg über die öffentliche Wasserversorgung gespeist. Da wurde auch der Herkules aus Sicherheitsgründen aus seiner angestammten Nische geholt und hinter Schloss und Riegel aufgestellt.
Die Administratorin aber träumte weiter von vergangener Herrlichkeit und erzählte immer wieder davon, auch der Kusine ihres Vaters, Uta-Elisabeth Trott, die selber als kleines Mädchen in Kriegszeiten ein ganzes Jahr in Grünsberg verbracht und den Brunnen genauso geliebt hatte. Sie hatte 1952 (in seinem Todesjahr) dies Bild von Prof. Ernst von Stromer beim Herkulesbrunnen gemacht und vor wenigen Jahren der Administratorin geschenkt. Als sie nun hörte, dass die Widderanlage wieder in Betrieb genommen werden solle, beschloss sie hochherzig, einen Abguss der Brunnenfigur zu finanzieren, was dann auch im Februar 2015 von der Kunstgießere Lenz in der Burgschmietstraße in Nürnberg realisiert wurde.
Wir durften dabei sein, als die Bronze geschmolzen
vor dem Gie"en und fließend-glühend in die Form gegossen wurde, ein Erlebnis, das ich sicher nur einmal im Leben haben werde.
Das Gie"en des Herkulesr

Noch im Mai 2015 wartete der Brunnentrog, versehen mit einem Foto vom Herkules auf dessen Wiederkunft. vor der Installation des Herkules Nach Abkühlen und Nachbearbeiten wurde die Brunnenfigur feierlich nach Hause geholt und diebstahlssicher auf einem neuen Sandsteinsockel installiert, wo sie jetzt wieder, von Rosen umduftet, ihrer Bestimmung, die Herzen der Menschen mit ihrem munteren Geplauder zu erfreuen, nachgeht.
Der neue Herkules auf neuem Sockel Am diesjährigen Sommerfest wurde der Brunnen feierlich und mit großer Dankbarkeit enthüllt und eingeweiht, ein wichtiger Meilenstein in der Wiederherstellung der Burganlage wasserspeiender Herkules Wir danken allen lieben Menschen, die sich mit Rat und Tat und Spenden daran beteiligt, diesen Traum, den die Administratorin kaum zu träumen gewagt hatte, zu realisieren!


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