29.01.2019

Im Verwaltershaus lassen sich wunderbare Entdeckungen machen


Genau heute vor 3 Jahren erhielten wir ein Schreiben des Landesamtes für Denkmalpflege, das die generelle Sanierung des Verwaltershauses in Aussicht stellt, aber die Meinung äußert, dass es sich hier um einen weiteren Abschnitt der Generalsanierung handeln muß.
Ausgangssituation die dicken Säulen im Erdgeschoß, die Südfassade im 1. Stock und dessen Zwischenmauern aber aus dem Jahre 1846, wo die hölzernen Säulen und Unterzüge in den Ställen nachgegeben hatten und somit das Wohngeschoß in der Mitte plötzlich bis zu 60 cm tiefer eingebrochen war.
Säule von 1846 Weil damals die Zwischenmauern des Wohngeschosses nicht genau auf die Unterteilungen der Ställe zu stehen kamen, aber auch wegen Insektenfraß
Mittelunterzug mit Hausbockfraßspuren Deswegen –und da die letzten Bewohner im Dachboden (und insgesamt) über 40 Tonnen Gegenstände (im Wesentlichen Metallteile) gelagert hatten, war das Verwaltershaus stark einsturzgefährdet. Nachdem es noch zweimal der Quer und der Längs zusammengeschraubt worden war,
Zusammenschraubung mit Zugankern
die Elektrik wurde vollkommen erneuert und auf den neuesten Stand gebracht
Unser "Hauselektriker" Geheizt wird das Ganze mit einer sogenannten Hypokaustenheizung, einer Vormauerung mit Warmluft führenden Hohlziegeln, die mit Warmwasser führenden Ökorohrleitung am Boden gespeist wird. Das dazu nötige Warmwasser wird von der Pelletsheizung im Haupthaus erhitzt und unterirdisch in´s Verwaltershaus geleitet.
Hypokaustenheizung Beim Sanieren entdeckten wir, dass sich unter dem Putz von 1846 im „Straßenzimmer“ eine Bohlenbalkendecke von 1560 befand, die wir freilegen ließen. Derzeit wird sie gereinigt, um dann letztlich wieder in ihrer ursprünglichen hellgrauen Fassung zu erstrahlen.
Bohlenbalkendecke, frisch freigelegt Wenn die Sanierung in ~4 Monaten fertig sein wird, wird das eine ganz wunderbare, besondere Wohnung sein. Und wir werden unserem Ziel, die Burganlage Grünsberg mit all ihren Zugehörungen für die nächste Jahrhunderte zu ertüchtigen, wieder ein Stück näher gekommen sein.
Fassade und Beet

Nach vielen Anträgen, Untersuchungen usw konnten wir endlich im Oktober 2017 mit der Generalsanierung beginnen. Im Laufe dieser Untersuchungen hatte sich herausgestellt, dass der Dachstuhl des Hauses und die Decken des 1. Stocks, des Wohngeschosses, von 1560 stammen,
Fachwerkgiebel und Dachstuhl von 1560 Die damalige Fachwerkfassade wurde aus Stein hergestellt, wobei die Steine in den versiegenden Grünsberger Steinbrüchen gebrochen wurden und deswegen von schlechtere Qualität waren undes zum Teil auch nur sehr viel kleinere Steine ergab.
Kleine Sandsteine und wegen Mißbrauchs der Bewohner hatte das Verwaltershaus große statische Probleme. Sein Dach war 1967 neu gedeckt worden, aber die Ziegel stammten aus einem Fehlbrand und hatten sich größtenteils der Länge nach gespalten. 1999 war versucht worden, das Verwaltershaus statisch zu sichern, das funktionierte aber nicht so wie gedacht.
unverpresste Verschraubung die alten Verschraubungen richtig einbetoniert und auch die Unterzüge mit entsprechenden Balken verstärkt worden waren, ist das Verwaltershaus nun wieder standfest. Es erhielt eine neue Dacheindeckung,
Das neue Dach und die Wohnungseinteilung wurde –entsprechend der alten Einteilung- reversibel heutigen Ansprüchen angepasst.
Ganz wichtig war mir, dass die alte „Wunde“, der Einbau des Garagentores von ~1967,
Garagentor wieder geschlossen und die ursprüngliche Fassadenansicht wieder hergestellt würde.
Garagentoröffnung rückgebaut Unsere Restauratoren legen gerade die Balken der anderen Decken frei. Es findet sich dort eine hellgelbe Fassung, die in die Putzfelder der Lehmschlagdecken hineingezogen ist und von einem schwarzen Beistrich begleitet wird. Das wollen wir wieder sichtbar machen.
Deckenbalkenfassung


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