06.06.2016


Das "blaue Zimmer"oder Herrenzimmer im 2. Stock des Palas erhielt 1929 eine so besondere Tapete, dass wir gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalschutz beschlossen haben, sie zu erhalten, obwohl Tapete auf Sandstein eigentlich nicht so gut ist. Der Sandstein muss atmen können, die Tapete stellt eine Sperre dar.
Im Laufe von fast neunzig Jahren hatte die Tapete (ein Nachdruck einer Tapete von 1780) Schaden genommen, es gab viele Risse, insbesondere an der Mittelwand, die aus Fachwerk besteht und keine tragende Wand ist. Dort hatte sich der Putz vom Untergrund gelöst. Das Ganze wurde nur noch durch die Tapete zusammengehalten.
Mit 36 Injektionen haben die Restauratoren den Putz wieder an der Fachwerkwand und dann die Tapete am Putz befestigt.
Sie haben die Risse geschlossen
und Fehlstellen mit einzelnen Tapetenresten, die von 1929 noch vorhanden waren, ergänzt.
Wo das nicht ging, haben sie die Tapete sogar nachgemalt!

An der Ostwand waren Wasserschäden und dadurch Schimmelstellen von der Wasserleitung von 1929 zu behandeln und zu beseitigen.
Als das alles erledigt war, wurde die Tapete in ihrer Gesamtheit abradiert, so dass sie nun wieder in der Farbigkeit von 1929 erscheint.

Auch der Stuck wurde überarbeitet, gegebenenfalls restauriert und die originale Farbigkeit wieder hergestellt.
Und dann habe ich all das Inventar mit seinem gesamten Kleinkram genauso wieder aufgestellt, wie es vor der Sanierung gestanden und gehangen hat.


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